Die Vision

Linux für Laien bedienbar machen — ohne das Rad neu zu erfinden.

Ein KDE-Ableger auf Basis von openSUSE Slowroll. Die eigentliche These dahinter: Wie weit kommt eine Distribution, die eine kleine, schnell entscheidende Gruppe mit KI-gestützten Werkzeugen baut? Ein Experiment über Entwicklungstempo und Entscheidungswege.

Das Ziel

Fertig heißt fertig.

Der Installer stellt die Fragen, die sonst später als Foren-Recherche zurückkommen. Codecs, NVIDIA-Treiber und Packman sind ein Häkchen. Mail und Kalender richten sich in drei Schritten ein. Deine Cloud ist von Anfang an verbunden — deine eigene, nicht unsere.

Und deine Sachen kommen mit. Dokumente, Bilder, Lesezeichen, gespeicherte Passwörter, WLAN-Zugänge, Drucker, Mailkonten — smaragd holt sie von Windows herüber. Und sagt dir vorher ehrlich, welche deiner Programme hier nicht laufen. Lieber jetzt als in drei Wochen.

Fehler dürfen passieren. Jede Änderung liegt in einem Snapshot. Geht etwas schief, nimmst du es zurück, ohne wissen zu müssen, was ein Dateisystem-Snapshot überhaupt ist.

Wenn smaragd aufhört, bleibt dein Rechner ein normales openSUSE. Wir zeigen dir, wie du umstellst — und wir prüfen bei jedem Release, dass das funktioniert.

Der Umzugshelfer, so soll er reden

Wir haben 23 Programme gefunden.

14 gibt es hier auch. Die richten wir gleich ein.
6 laufen über Wine oder im Browser. Wir zeigen dir, wie.
3 laufen hier nicht: Adobe Photoshop, Sage Buchhaltung, Steuerprogramm 2026.

Für zwei gibt es Alternativen. Sie sind anders. Für eine gibt es keine.

Brauchst du eines dieser drei jeden Tag? Dann ist smaragd heute nicht das Richtige für dich. Wir sagen es dir lieber jetzt als in drei Wochen.

Eine Distribution, die Leuten abrät, gewinnt genau das Vertrauen, das andere durch Übertreibung verlieren. Phase 4.

Die Leitsätze

Fünfzehn Sätze, eine Rangfolge

Der Maßstab. Wo sie kollidieren, gilt die niedrigere Nummer — mit einer Ausnahme: Wer nachsehen will, kommt sofort ran, und das schlägt sogar das Gerät.

  1. 1 · Ein Rechner, der sich bedienen lässt wie ein Smartphone und trotzdem ganz dir gehört.
  2. 2 · Es soll sich verhalten wie ein Gerät.

    Ein Gerät geht nicht kaputt, weil man es benutzt.

  3. 3 · Zerfallsregel.

    Fällt smaragd weg, bleibt ein funktionierendes openSUSE zurück.

  4. 4 · Eine Sache, ein Ort.

    Zweite Wege werden verlinkt, nicht gebaut.

  5. 5 · Nachrüstregel.

    Was rechtlich nicht ab Werk mitgeliefert werden darf, ist genau eine Handlung entfernt.

  6. 6 · Nicht anfassen, was signiert ist.
  7. 7 · Ein Produkt.

    Keine Spins, keine Editionen, keine Varianten.

  8. 8 · Nativ in KDE.

    Qt6, KF6, Kirigami. Kein Electron, kein GTK, kein Web-Wrapper.

  9. 9 · Additiv vor patchend.

    Bibliothek benutzen ja, fremde Anwendung anfassen nein.

  10. 10 · Türkis heißt klickbar, Orange heißt Aufmerksamkeit.

    Ohne Ausnahme.

  11. 11 · Einfache Sprache, in beiden Sprachen.

    Keine Fehlermeldung ohne nächsten Schritt.

  12. 12 · Auch auf schwachen Geräten.

    Das langsamste Referenzgerät entscheidet.

  13. 13 · Kein Feature ohne E2E-Szenario.

    Die Testsuite wächst, sie schrumpft nie.

  14. 14 · Die Maschine prüft den Code, der Mensch nimmt das Produkt ab.
  15. 15 · Wer nachsehen will, kommt sofort ran.

    Ein Fehler zu suchen darf niemals einen Neustart kosten.

Die smaragd Apps

Jedes Systemwerkzeug ist ein Modul der Systemeinstellungen

Und KDE erlaubt, ein solches Modul als eigenes Fenster mit eigenem Symbol zu starten. Ein Code-Stand, zwei Türen, keine zweite Bedienlogik. Alles hier läuft auch auf reinem openSUSE.

gebaut, Phase 1

Ergänzungen

Eine Liste, zwei Türen: dieselbe Datei wird vom Installer und später vom Software-Center gelesen. Jede Ergänzung muss erklären, warum sie nicht ab Werk dabei ist. Die Bibliothek fand beim ersten Lesen echter Daten vier Defekte — und hielt 170 000 verfälschten Eingaben stand.

Phase 3

Sicherheit

Firewall, Updates, Verschlüsselung, Firmware, fremde Quellen — mit einem Satz Gesamturteil. Kein „Ihr System ist geschützt“, sondern was stimmt.

Phase 3

Anmeldung

Fingerabdruck, TPM plus PIN, Wiederherstellungsschlüssel — an einer Stelle. Ein funktionierendes Muster wird nie ohne Warnung überschrieben.

Phase 3

Sicherung

Einrichten, Zustand, Zurückholen. Snapshots und Sicherungen in einer Zeitleiste — und die Wiederaufbau-Liste, die aus „meine Dateien sind zurück“ ein „mein Gerät ist zurück“ macht.

Phase 3

Deine Cloud

Verknüpfen gegen die eigene Nextcloud, zwei Klicks, das Kennwort sieht nur die Cloud. Was synchronisiert wird, und die Geräteliste.

Phase 3

Ersteinrichtung

Sicherung, Rettungsstick, Kurzführung — jederzeit wieder aufrufbar, weil niemand am ersten Tag alles entscheidet.

Phase 4

Umzugshelfer

Holt Dokumente, Lesezeichen, Passwörter, WLAN-Zugänge, Drucker und Mailkonten von Windows herüber. Ausdrücklich distributionsunabhängig — das Stück, das das Projekt am wahrscheinlichsten überlebt.

Phase 4

Problem melden

Zweistufig: ein öffentlicher Bericht aus einer Positivliste ohne Hostname, Nutzername oder Pfad — und ein volles Diagnosepaket, das auf dem Gerät bleibt. Mit dem Feld, das jeder Support zuerst braucht: Was hat sich zuletzt geändert?

Phase 5

Dein Gerät

Energie, Akku, Kühlung, Firmware — und Optimierung mit gemessenen Zahlen: „Dateiwächter abschalten spart 1,4 GB.“ Jeder Vorschlag nennt, was man verliert. Kein Sammelknopf.

Phase 5

Verlauf

Systemupdate, App-Installation, Einstellungsänderung, neue Quelle, Sicherung — in einer Liste, mit Rücknahme je Zeile. Das gibt es auf keinem Betriebssystem.

Phase 5

Dienste und Datenschutz

Systemdienste in Klartext. Und welche App wann Kamera, Mikrofon oder Standort benutzt hat — was Android und iOS seit Jahren haben und Linux nicht.

M0 · 13 000 Zeilen Rust

KryptMail

Mail, Kalender und Krypto für Plasma: Jede ausgehende Nachricht wird signiert, der Schlüssel automatisch mitgeliefert. JMAP-Semantik im Kern, IMAP als Adapter, ein Dienst hält die Verbindung. Zwölf Crates, entstanden am 10. und 11. August 2026 — und ein CI-Bau gegen Windows, der die Portabilität beweist.

Der Weg

Fünf Phasen, ein Entscheidungspunkt

Die häufigste Todesursache kleiner Distributionen: Zuerst werden die spannenden Anwendungen gebaut, und die Auslieferungskette wird nie fertig. Deshalb enthält Phase 1 kein eigenes Programm, und Phase 2 kommt vor allen Anwendungen.

Phase 0 · geschlossen 30. August 2026Fundament

Ordnerbaum, ROLES.md, neun ADRs mit Rücknahmebedingung, Lizenzen, Architektur, Design-Regeln — ohne eine Zeile Code.

Phase 1 · jetztEs existiert

Ein ISO, das bootet. Build Service, Marke mit Kontrast-Tor, M0, M3, KIWI, Agama, Ergänzungs-Bibliothek, Torwächter in der CI. Offen: Basiswächter, openQA, das schwache Referenzgerät.

Phase 2Es hält sich selbst aktuell

Basiswächter, Prüfagent, Rechte-Diff, Testwart, M1, M2, M5 im Prüfstand, openQA auf dem Ryzen, Kettentest, Dauerlauf, Fuzzer für jeden Parser.

╣ Entscheidungspunkt ╠Hat es funktioniert?

Läuft der Sonntag ohne dich? Wie viele Stunden hat der letzte Release gekostet — einstellig belegt die These, zweistellig widerlegt sie. Willst du weitermachen?

Phase 3Es ist smaragd

smaragd-ui, Sicherheit, Anmeldung, Sicherung, M4, Ersteinrichtung, Handbuch-Kette — das erste öffentliche Release.

Phase 4Es holt Leute herüber

Umzugshelfer, Berichtswerkzeug, Hardware-Bericht und -Datenbank, Handbuch in beiden Sprachen.

Phase 5Es ist unterscheidbar

Dein Gerät mit Optimierung, Dienste, Verlauf mit M6, Wiederherstellung auf neuer Hardware, Datenschutz, Behördendienste.

Der Proof of Concept ist bestanden, wenn an einem Sonntag Folgendes ohne dich passiert ist:

Der Basiswächter holt den neuen Slowroll-Stand, ordnet die Änderungen ein, öffnet einen Pull Request mit verständlichem Bericht, das Fließband baut, der Prüfstand fährt die sechs Szenarien — und du liest zehn Minuten und drückst auf freigeben. Erwartet im Frühjahr 2027, gut ein halbes Jahr vor dem Ende der Windows-10-Versorgung.

Der Stand

Meilensteine, mit Datum

Aus den Tagebüchern der Repositories. Nicht was geplant war — was passiert ist, und wann. Auch die falschen Annahmen stehen dort; sie sind der nützlichste Teil.

  1. KryptMail beginnt.

    Fundament, Plattformgrenze, SQLite-Schema, der IMAP-Spike und der CXX-Qt-Spike, der das Oberflächen-Risiko schließt — an einem Tag.

  2. KryptMail: erster Durchlauf durch IMAP, mit Sync und Rollback.

    Dauerhaftes IDLE, stabile Nummerierung, Kirigami-Oberfläche. Rund 13 000 Zeilen Rust in 13 Commits über zwei Tage — der erste Datenpunkt für die These.

  3. Der Fingerabdrucksensor ist vermessen.

    ELAN 04f3:0c63: 80 × 80 Pixel bei 498 dpi, 16,6 mm² — zu klein für Minutien. Also ein SIFT-Matcher statt NBIS. Am selben Tag läuft der nach C portierte Treiber auf dem Gerät.

  4. Die fünf falschen Ursachen.

    An einem Tag fünf plausible Ursachen behauptet, alle fünf falsch. Eine Verteilung entschied es in einer Minute. Seither gilt: Einwände tragen Zahlen.

  5. Treiber 0.2.1: Abweisungen beim Einlernen von 992 auf 0.

    Alle zehn Finger lernen ein. Gebaut auf dem Build Service für Tumbleweed und Ubuntu 24.04.

  6. Die Spezifikation ist abgenommen. Phase 0 entsteht in einem Zug.

    ROLES.md, neun ADRs, UNTOUCHABLE.md, Architektur, Design-Regeln, Glossar. Zwei Farben des Manifests fielen durch die eigene Kontrastregel und wurden korrigiert.

  7. Erste Pakete auf dem Build Service, 19 Prüfungen grün.

    Der Token-Generator mit Kontrast-Tor, der Torwächter, Plymouth-, SDDM- und GRUB-Theme aus denselben Tokens. 15 von 139 Paketnamen waren geraten und falsch — der Torwächter fand sie.

  8. Das erste ISO existiert und bootet. Secure Boot mit Negativkontrolle bewiesen.

    Build 7.1: shim akzeptiert, das signierte grub.efi ohne shim abgewiesen, Zufallsbytes abgewiesen. Dazu das Installationsmedium als Link auf Agama: 39 Zeilen dazu, 5 weg, 921 Pakete.

  9. Der Installer trägt die Marke, hell und dunkel, mit Kontrast-Tor über 36 Paare.

    Und die Lektion, dass eine gepatchte Datei nicht die ausgelieferte ist: Agama serviert index.html.gz.

  10. Phase 0 ist geschlossen.

    Die letzten zwei Repositories kommen mit eigener Geschichte an. Die Eidechse wird zum Logo.

  11. Der Torwächter läuft in der CI, bei jedem Push.

    openQA und das Referenzgerät vom Product Owner zurückgestellt — beide mit Auslöser, nicht mit „irgendwann“.

  12. M1 und M2 sind gebaut und paketiert. Der Rettungseintrag wird ausgeliefert.

    Updater mit Timer, nur am Netzteil, eine Polkit-Aktion. Bootwächter mit Zähler unter /boot. Und ein Mensch fand am Bootmenü zwei Defekte, die der ganze Torwächter nicht gefunden hatte.

  13. Vier Wallpapers, Launcher-Symbol, Vollbild-Vorschau. Der Desktop trägt das Thema.

    Das Bildschirmfoto auf der Startseite stammt von diesem Tag. Und der Bootzähler wandert aus jedem Snapshot heraus — sonst wäre die Rettung eine Falle gewesen.

  14. Eine Identität: die eingerollte Eidechse in drei Größen.

    ADR 0012. Klein bis 24 Pixel, mittel bis 63, voll ab 64. Der breite Lockup bleibt unverändert. ADR 0013: Ein vollständiges Thema ist tragbar, die Aktivierung ist ausdrücklich.

  15. Das Thema ist per zypper installierbar.

    Sechs RPMs, Revision 15, geprüft über die öffentlichen signierten Repository-Metadaten — nicht bloß über den Baubaum. Bauzeit: 22 Sekunden.

  16. Zweite Meinung, Blocker, erste echte Vollaktivierung.

    Ein unabhängiger Prüflauf fand, dass eine Vorprüfung etwas verlangte, das kein openSUSE erfüllt. Behoben, 44 Tests, Torwächter 38 von 38. Um 17:44 lief das Thema zum ersten Mal vollständig auf einer echten Maschine: Snapshot 1084, vier initrds, Neustart durch GRUB, Plymouth und SDDM. Abends Build 8.2 des Installationsmediums.

  17. Jedes Repository mit einem Workflow ist grün.

    Der Torwächter war acht Tage lang auf GitHub rot, während er lokal jedes Mal bestand — der Runner ist nicht der Schreibtisch. In einem Container nachgestellt und behoben. KryptMail: fünf Jobs grün. Und diese Seite ging online.

Was als Nächstes kommt

Ehrlich offen

Eine Installation, die durchläuft

Das Medium bootet unter Secure Boot und der Installer antwortet nach 60 Sekunden. Eine vollständige Installation ist das nächste Szenario — noch nicht.

Der Basiswächter

Der wöchentliche Agent, der die PoC-Frage beantwortet. Er wird die Kette lesen, nicht das Aggregat — das hat der 9. September gelehrt, als das Live-Abbild an einem Qt-Übergang der Basis hing.

openQA auf dem Dauerläufer

Zwölf Arbeiter in einer eigenen systemd-Slice, fällig spätestens Ende Phase 2. Bis dahin ist M2 am Bootloader eine Behauptung.

Die eigene Domain im Repository

smaragd.repo zeigt noch auf den Build Service. Vor dem ersten ISO, das jemand anderes installiert, kommt eine eigene Domain, die dorthin umleitet — sonst verlieren alle Installationen ihre Updatequelle bei einem Umzug.

Markenrecherche, Handles, Namensraum

Am Entscheidungspunkt nach Phase 2. Bis dahin steht der Produktname an genau einer Stelle, und eine Umbenennung ist eine Zeile plus eine neu gezeichnete Wortmarke.

Der Treiber nach upstream

Drei Patches und ein Fehlerbericht für libfprint sind fertig geprüft. Es fehlt nur das Absenden.