Die Architektur

Sechs Mechanismen statt Atomarität

smaragd ist ein klassisches System mit zypper, snapper und RPM — weil ein Werkzeug zum Fehlersuchen nie einen Neustart kosten darf. Die Lücke, die ein atomares System gratis schließt, schließen diese sechs.

M0 Der Werkzeugkasten ist immer schon da gebaut

Eine namentliche Liste von Diagnosewerkzeugen — strace, tcpdump, smartctl, htop, git und einige Dutzend mehr — ist im Abbild garantiert und vom Umfangsbudget ausgenommen. Der Torwächter bricht den Bau, wenn ein Eintrag verschwindet. Wer einen Fehler sucht, findet sein Werkzeug vor. Es gibt nichts nachzuinstallieren, also auch nichts, wofür man neu starten müsste.

M1 Updates werden nicht im laufenden Betrieb eingespielt gebaut, im Prüfstand offen

Etwas Neues installieren geht immer sofort, live, ohne Neustart. Nur das Aktualisieren vorhandener Pakete wartet auf den Neustart, den es ohnehin bräuchte, und läuft dann in einer minimalen Umgebung: kein Desktop, keine laufenden Programme, keine offenen Dateien. Ein Zustand, nie ein halber. Der Browser als Flatpak wartet nicht. smaragd-updater: täglicher Timer, nur am Netzteil, genau eine Polkit-Aktion.

M2 Bootfehler werden erkannt und automatisch zurückgenommen gebaut, im Prüfstand offen

Ein Zähler unter /boot zählt Starts; erreicht das System den Anmeldebildschirm, wird er gelöscht. Zweimal nicht erreicht, und GRUB startet den letzten funktionierenden Snapshot. /home liegt auf einem eigenen Subvolume und wird nie berührt — deshalb darf der Rückfall überhaupt automatisch sein. Gemessen: der Zähler zählt und löscht, jeder Start merkt sich den Rückfall-Snapshot. Noch nicht gemessen: dass GRUB nach zwei Fehlstarts wirklich vorwählt — das ist Szenario 4 im Prüfstand, und bis es läuft, ist das Verhalten am Bootloader eine Behauptung.

M3 Der Rettungsbildschirm statt des GRUB-Menüs ausgeliefert seit 1. September

Statt openSUSE Slowroll, with Linux 6.11.4-1-default (Snapshot #247) steht dort: smaragd starten · Letzten funktionierenden Stand starten · Frühere Stände … · Etwas reparieren. Reine Konfiguration und reines Theme, kein Patch. Der Rettungseintrag erscheint nur, wenn es einen Stand gibt, zu dem man zurück kann.

M4 Anwendungen sind Flatpaks, das System ist RPM Phase 3

Eine Flatpak-Installation im Benutzerbereich fragt nie nach einem Passwort, weil sie keine Systemrechte braucht. Discover bevorzugt Flatpak für Anwendungen; distrobox ist für Werkstattarbeit dabei. Das hält das Umfangsbudget und die Angriffsfläche klein.

M5 Fremdquellen sind eingehegt Phase 2

Alle Quellen, die smaragd anbietet, kommen über die Ergänzungsliste, sind vendor-gepinnt und werden mitgetestet. Fügt jemand von Hand eine Quelle hinzu, gibt es eine einmalige Warnung in normaler Sprache — und einen Eintrag im Verlauf, damit später jemand die Ursache findet.

M6 Zurück zum Standard Phase 5

Die einzige echte Schwäche des klassischen Wegs: Ein System vergisst nie, was man zum Fehlersuchen installiert hat. Die Wiederaufbau-Liste berechnet, worin das Gerät vom Standard abweicht, und bietet es zum Entfernen an — mit einer Begründungsspalte, die sagt, warum wireshark vor drei Monaten dazukam. Nichts wird automatisch entfernt. Entscheiden darf nur der Mensch.